Chinaclub Berlin

柏林中国俱乐部 / 中国电影俱乐部

Im Kulturladen Cranachstraße 1 (am S-Bahnhof Friedenau), residieren der Chinaclub Berlin* und der Chinesische Filmclub. Hier treffen sich jeden 1. und 3. Freitag im Monat Chinesen, Deutsche und Gäste aller Länder, die sich für China und Ostasien interessieren.

*: Chinaclub für alle,  nicht der “Adlon China Club”  für Millionäre
 

Freitag, 16. August 2019, 19:00 Uhr:

"The 'Big' Shot" ''人物

3 Filme in 3 Räumen

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1) "The 'Big' Shot" ''人物", China 2019
2)
"As You Wish" 如意, China 1982
3) Kinderfilm

Ab 18 Uhr:
Xiangqi 象棋 (Chinaschach), Tischtennis, Kicker, Billard.

Spiele

19:00 Uhr, Kleiner Raum
Kinderfilm

19:00 Uhr, Vorderer Raum

"The 'Big' Shot" ''人物", China 2019. Polizei-Actionfilm von Wu Bai  (五百 = Guo Shubo 郭书博), mit Wang Qianyuan 王千源, Bao Bei'er 包贝尔, Wang Xun 王迅, Mei Ting 梅婷. 104 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 14 Jahre

无力维权的修车工遭遇非法强拆后,选择跳楼自杀;随着小刑警孙大圣(王千源饰)调查的 深入,发现这场看似简单的民事纠纷背后其实另有隐情;随着嫌疑目标的锁定,赵泰(包贝 尔饰)和崔京民(王迅饰)为代表的反派集团被盯上后,公然藐视法律挑衅警察。面对反派 集团金钱诱惑、顶头上司的警告劝阻、家人性命遭受威胁,这场力量悬殊的正邪较量将会如 何收场…
江湖刑警孙大圣追求正义不顾生死,极具使命感。
赵氏集团坐落城中,威慑四方。背景复杂,触角四通八达,明账暗账数不胜数。旗下总裁私生子赵泰更是响当当的富少,唯我独尊,个性张扬,内心自卑,情绪极易失控。 大圣老友举牌维权,险些丧命,普通自杀的背后谜团无数。孙大圣与赵泰两个水火不容的大人物,因此机缘正式拉开了一场惊险、high爆的对决......

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Der Film ist ein Remake des koreanischen Erfolgsfilms "Veteran  (베테랑)" von 2015. Die Anführungszeichen ('Big' / '') dienen dazu, einen Unterschied zum gleichnamigen Film von 2011 deutlich zu machen.
Die Handlung folgt wie bei der Vorlage einem beliebten Muster: Ein skrupelloser Konzern liquidiert den Freund eines Polizisten, woraufhin dieser ohne Rücksicht auf Verluste den Kampf gegen den Konzern aufnimmt, auch gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten. Erfreulich ist, dass die chinesische Adaptation den Ort der Handlung nicht nach Shanghai, Peking oder eine der anderen Metropolen verlegt, sondern in das kleine Bincheng in Nordchina. Doch die Strukturen, die dort herrschen, dürften überall dieselben sein: Ein angesehener Konzern, der mit den Behörden ebenso wie mit der Polizeiführung bestens vernetzt ist, setzt sich für seine Expansion bedenkenlos über Recht und Gesetz hinweg, erst recht über die betroffenen Bürger. Doch alle Machenschaften werden vertuscht, bis endlich der störrische, anfangs auf eigene Faust handelnde Polizist den Konzern zur Strecke bringt. Dass dies nicht ohne erbarmungslose Zweikämpfe und spektakuläre Verfolgungsfahrten abgeht, versteht sich von selbst.

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Was den Film sehenswert macht, ist seine Besetzung. Im Mittelpunkt natürlich der schnoddrige Polizist Sun Dacheng (Wang Qianyuan王千源), der keiner Gefahr aus dem Weg geht, obwohl er zuhause eine Frau und einen kleinen Sohn hat. Ihm gegenüber Zhao Tai (Bao Bei’er包贝尔): der verwöhnte, allseits hofierte Sohn des Konzernchefs, der ein brutaler, im wörtlichen Sinn über Leichen gehender Psychopath ist. Bedingungslos unterstützt wird er von dem öligen Manager Cui Jingmin. Dieser – bewundernswert abstoßend gespielt von Wang Xun王迅ist in Grunde die interessanteste Figur des ganzen Films.

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Während Sun Dasheng seine Furchtlosigkeit und Zhao Tai seine Niedertracht gelegentlich übertreiben, hat man bei dem ebenso amoralischen wie loyalen Cui Jingmin das Gefühl: solche Manager dürften vermutlich das Rückgrat jedes chinesischen Großkonzerns bilden.
Blickt man über den Tellerrand des Films hinaus, merkt man wieder einmal, was für ein elender Job die Arbeit als Filmzensor in China sein muss. Streifen wie dieser schreien es doch geradezu in die Welt hinaus: Wenn es nicht zufällig so mutige Polizisten wie Sun Dasheng gibt (in der Realität also wohl eher selten), setzt niemand im Lande den Großkonzernen eine legale Grenze. Und da zeigt sich ein weiteres Dilemma der armen Zensoren: Sie können zensieren, was vorhanden ist, nicht aber, was nicht vorhanden ist. Irgendwo irgendwelche interessanten Gedanken über Leben, Justiz, Politik? Gibt es in solchen Filmen nicht, also kann man sie nicht herausschneiden. Aber gibt es in korrupten Großkonzernen oder bei den einfachen Polizeirängen keine Parteimitglieder? Nein, in diesen Filmen auch nicht, also auch hier nichts Zensierwürdiges. Obwohl das Wirken der Partei in Chinas Realität allgegenwärtig ist, scheint seine Darstellung in Chinas Mainstream-Film ebenso ein Tabu zu sein wie die Großaufnahme eines Penis – so etwas zeigt man im Reich der Mitte nicht.

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Ebenfalls 19:00 Uhr, mittlerer Raum:

"As You Wish" 如意, China 1982. Drama von Huang Jianzhong 黄健中, mit Li Rentang 李仁堂, Zheng Zhenyao 郑振瑶, Tan Tianqian 谭天谦. 97 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 12 Jahre

《如意》是由黄健中执导,李仁堂、陶玉玲、郑振瑶等主演的一部爱情电影,改编自刘心武同名小 说《如意》,讲述了老校工石义海与邻家清末贵族小姐金绮纹的坎坷爱情故事。
剧情简介影片是刘心武根据自己的同名小说改编。透过学校老师的第三者旁白来追述校工石 大爷和格格之间的动人恋情。主戏采用时空交错的方式来发展,在电影技巧上虽存有不少缺 点,但其别致的取材、真挚的感情和对“阶级斗争”的含蓄控诉,却深深地打动了观众的心 。郑振瑶扮演的格格和李仁堂所演的校工老石,是中国银幕上罕见的绝配。一个“纯中国” 的动人爱情故事,充满诗意哀愁。

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Dies ist eines jener Werke, mit denen nach der Kulturrevolution Chinas neuer Film begann. Doch "As You Wish" blieb 1982 im Westen ebenso unbemerkt wie ein Jahr später "My Memories of Old Beijing 城南旧事". Zu Unrecht fand dort erst 1984 "Yellow Earth 黄土地" Anklang, obwohl dieser noch weitgehend dem Politfilm alter Prägung entsprach. Gleichermaßen zu Unrecht gelten seither auch Zhang Yimou und Chen Kaige als Vorreiter des Neuen Chinesischen Films, nicht aber Regisseure wie Wu Yigong, Wu Tianming oder eben Huang Jianzhong.
Die Handlung, adaptiert nach dem gleichnamigen Roman von Liu Xinwu 刘心武, beginnt 1961. Sie erzählt die Liebesgeschichte zweier Personen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite Shi Yihai: ein einfacher Hilfsarbeiter, Straßenfeger, Schulhausmeister, den alle "Shi Daye" rufen, "Väterchen Shi". Auf der anderen die stille, hochkultivierte Jin Qiwen: eine frühere Adlige, deren Mann nach 1949 in Ausland gegangen ist sich von ihr hat scheiden lassen. Ihren Unterhalt verdient sie mit Stickereien und dem Bemalen von ausgeblasenen Eiern. Halb aus Respekt, halb aus Spott nennen viele sie immer noch "Gege 格格", also "Prinzessin". Doch je nach der politischen Lage hat "Prinzessin" in China überhaupt nicht Scherzhaftes, sondern prädestiniert die zurückgezogene Frau immer wieder zum Objekt von Kampf-Kritik-Sitzungen.

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Väterchen Shi – dem sie in seiner Jugendzeit einmal das Leben gerettet hat – ist der einzige, der unbeirrt zu ihr hält. So kommen die beiden sich immer näher. Zum Zeichen ihrer Verbundenheit schenkt Qiwen ihm eines von zwei in ihrem Besitz befindlichen "Ruyi-Zeptern" (Wikipedia: Ein Ruyi-Zepter – von如意, Pinyin rúyì, „alles nach Wunsch“ – ist ein Ziergegenstand der chinesischen Kultur). Schließlich wollen beide wollen heiraten, aber dafür muss die Kaderleitung zustimmen. Doch die ständigen Kampagnen der Kulturrevolution bieten immer neue Gründe, das abzulehnen oder hinauszuschieben.
Dann eine überraschende Wende: Der Ex-Mann von Jin Qiwen, dessen zweite Frau inzwischen gestorben ist, kommt nach China und will sich mit seiner ersten Frau versöhnen: Sie soll zu ihm und seinen fast erwachsenen Kindern nach Kanada ziehen. Der alte Shi will ihr das "Ruyi-Zepter" zurückgeben ... ob sie es zurücknimmt, und ob die beiden am Ende zusammenkommen, erzählt der Film.

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Um auch hier über den Tellerrand zu blicken: Filme wie dieser erinnern daran, dass die KP es war, die mit der "Kulturrevolution" das Land in das schlimmste Chaos der chinesischen Geschichte gestürzt hat. Mit welchem Recht kritisiert da die KP jetzt die Hongkonger, die nicht für den idiotischen "Klassenkampf" des Vorsitzenden Mao demonstrieren, sondern für ihre Freiheit und ihre Rechte?

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Danach wie immer:
Gespräche, Musik, Tischtennis, Spiele,
卡拉-OK

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Ansonsten: Der Chinaclub Berlin bietet jeden 1. und 3. Freitag im Monat Filme aus China und anderen Ländern Asiens, außerdem Themenabende zu politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen.

E I N T R I T T    F R E I  !

Tee, Snacks, Süßes:                       3 Euro
für Studenten & Arbeitslose:        1,50 Euro
für chinesische Gäste:                   5 Renminbi/Gangbi / 20 Taiwan-D

 

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